Fluffy und der Regenbogen
Es war ein Morgen nach einem sanften Sommerregen. Die letzten Regentropfen glitzerten noch auf den Blättern der Bäume, und die Sonne schob sich langsam hinter den Wolken hervor. Fluffy, die kleine weiße Wolke, schwebte ruhig über Wiesen und Felder. Die Luft roch frisch, und überall zwitscherten die Vögel fröhlich.
Plötzlich entdeckte Fluffy etwas Wunderschönes. Ein großer Regenbogen spannte sich über den Himmel. Seine Farben leuchteten so hell, dass selbst der kleine Bach darunter zu funkeln begann. Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett strahlten miteinander um die Wette. Fluffy blieb staunend stehen. "So etwas schönes hab ich noch nie gesehen", flüsterte sie.
Der Regenbogen lächelte freundlich. "Danke." Doch seine Stimme klang ein wenig traurig. Fluffy bemerkte es sofort. "Warum bist du traurig?", fragte sie. Der Regenbogen blickte in die Ferne. "Weil ich nie lange bleiben darf." Fluffy war überrascht. "Aber alle freuen sich, wenn sie dich sehen." "Das stimmt", antwortete der Regenbogen. "Doch kaum haben die Menschen mich entdeckt, verschwinde ich wieder. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte den ganzen Tag am Himmel bleiben."
Fluffy dachte einen Moment nach. Sie verstand den Wunsch. Auch sie hatte sich schon oft gewünscht, größer oder mutiger zu sein. "Vielleicht bist du gerade deshalb so besonders", sagte sie schließlich. Der Regenbogen schaute sie fragend an. "Wie meinst du das?" "Weißt du", erklärte Fluffy sanft, "wenn etwas jeden Tag da wäre, würden viele Menschen gar nicht mehr hinschauen." Der Regenbogen schwieg.
Unter ihnen liefen gerade zwei Kinder über eine Wiese. Plötzlich blieb eines stehen. "Schau!", rief es. "Ein Regenbogen!" Die beiden Kinder lachten, zeigten nach oben und blieben einfach stehen. Für einen kleinen Moment vergaßen sie alles um sich herum. Sie schauten nur in den Himmel. Der Regenbogen beobachtete sie still. Dann lächelte er. "Sie freuen sich wirklich." "Ja", sagte Fluffy. "Du erinnerst die Menschen daran, nach oben zu schauen."
Gerade in diesem Augenblick landete ein kleiner Schmetterling auf einer Blume. Auch er betrachtete den Regenbogen. "Deine Farben machen den Himmel fröhlich", sagte er. "Aber sie sind doch nur für kurze Zeit da", antwortete der Regenbogen. Der Schmetterling nickte. "Meine Flügel leben auch nicht ewig. Und trotzdem fliege ich jeden Tag mit Freude."
Diese Worte berührten den Regenbogen. Die Sonne stieg langsam höher. Seine Farben wurden heller. Dann begannen sie ganz langsam zu verblassen. "Ich muss gehen", sagte der Regenbogen leise. Fluffy lächelte. "Du gehst nicht einfach. Du hinterlässt Freude." Der Regenbogen wurde immer heller, bis schließlich nur noch ein zarter Schimmer am Himmel zu sehen war. Doch unten auf der Wiese sprachen die Kinder noch lange von dem wunderschönen Regenbogen, den sie gesehen hatten.
Fluffy blickte lächelnd auf die Erde. Nun verstand auch sie etwas. Man muss nicht für immer bleiben, um etwas Besonderes zu sein. Manchmal reicht ein kleiner Moment voller Schönheit, um ein Herz für lange Zeit glücklich zu machen.
Und während Fluffy langsam weiterzog, wusste sie: Nicht die Dauer macht einen Augenblick wertvoll – sondern die Freude, die er schenkt.
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